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Location Scouting für Fashion- & People-Shootings

  • Autorenbild: bengsn_
    bengsn_
  • vor 3 Tagen
  • 5 Min. Lesezeit

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Die Wahl der Location entscheidet oft darüber, ob das Ergebnis eines Shootings eher durchschnittlich wird, oder doch ein gelungener und stolzer „It’s a wrap“-Moment hergibt. Gerade im Bereich Fashion- und People Photo- & Videography trägt die Umgebung maßgeblich zur Bildwirkung, zur Story und zur gesamten Ästhetik bei. Location Scouting sollte deshalb als keine unterschätzte Aufgabe gewertet, sondern als zentraler Teil der Vorbereitung gesehen werden.


Außerdem spart eine gute Vorbereitung Zeit und Nerven. Man hat gedanklich Raum für andere Herausforderungen, die gegebenenfalls auftreten könnten.

Ganz nach dem Motto: „Je kürzer die Zeit zwischen Idee und Umsetzung, desto erfolgreicher das Ergebnis.“ - Marc Andreessen. Da ist eine gute Vorbereitung eigentlich fast Unverzichtbar !


Darum: Hier meine 8 Tipps, wie du sicher gehen kannst eine coole Location zu finden, mein Go-To Tipp, wie ich letztendlich an meine Locations komme und worauf du besonders beim Scouting achten solltest.



Wie findet man Locations ?


1. Social Media


Plattformen wie Instagram oder Pinterest sind starke Tools, um Inspiration zu sammeln. Suche dafür gezielt nach:



Wichtig dabei ist, die Inspo nicht einfach zu kopieren, sondern deine eigenen Ideen einfließen zu lassen und die Location in deinem Stil neu zu interpretieren !


Pinterest User Experience die Frankfurt Location zeigt


2. Street Scouting & Random Exploration


Die effektivste Methode ist immer noch, selbst durch Städte oder bestimmte Viertel zu gehen. Dabei entwickelst du ein Gefühl für Licht, Strukturen und Perspektiven. Achte bewusst auf:


  • Lichtverhältnisse zu verschiedenen Tageszeiten

  • Linien, Texturen und Hintergründe

  • Farbwelten (schattig grün, oder Skyline Vibe mit Kunstlichteinfluss am Abend)

  • Bewegungsdynamik (ruhig oder eher belebt)


Ein Vorteil: Du findest Spots, die nicht jeder gleich auf dem Schirm hat. Gleichzeitig kannst du direkt testen, wie sich die Location fotografisch verhält. Gehe dabei bewusst in Gegenden, die du nicht kennst. Industriegebiete, Parkhäuser oder Randgebiete bieten oft unerwartet starke Settings.


Tipp

Wenn du mit dem Auto / der Bahn / unterwegs mit deinen Freunden o. der Familie bist und Spots entdeckst, mache ein Bild mit deinem Phone (beinhaltet meist schon Maps-Info) oder mach ein Screenshot von deinem Standort in Maps, um die Location schnell wieder zu finden.



3. Google-/ Apple Maps oder Street View


Wenn es schnell gehen muss und/oder die Location sich weiter weg befindet, ist diese Option gerade für eine erste Vorauswahl sehr hilfreich. Mit Street View kannst du:


  • Orte virtuell erkunden

  • Perspektiven einschätzen

  • Zugänglichkeit prüfen


Das spart Zeit und hilft dir gezielter vor Ort zu arbeiten.



4. Empfehlungen & Netzwerk


Andere Fotografen, Models oder Creatives kennen oft Spots, die nicht offensichtlich sind. Aber auch Freunde, Arbeitskollegen, etc können mit Geheimtipps überraschen. Austausch lohnt sich, vor allem mit lokalen Individuen.



5. Filme, Musikvideos & Kampagnen


Viele coole Locations sieht man auch schon in Produktionen.

Achte bewusst auf:


  • Hintergründe in Musikvideos

  • Kampagnen großer Brands

  • Editorials in (Online-) Magazinen


Das Gute ist, man bekommt schon ein Gefühl dafür, wie die Locations inszeniert werden kann. But don’t copy and paste it. Stay creative !



Und hier mein Go-To Tipp


Fotogoals

Das ist eine App die auf jedem Endgerät läuft. Dort suche ich nach den gewünschten Städten und sobald ich einen Spot gesichtet habe, der mit gefällt, pack ich den in meine Favorites. Diese hab ich aufgeteilt in verschiedene Boards (ähnlich wie bei Pinterest), wie z.B.:


  • 069er Doors

  • 069er Industrial

  • 651 Wiesbaden Steps

  • usw


Anschließend nutze ich Apple Maps, um die Spots und die umliegende Umgebung visuell abzulaufen. So peile ich vorab schon mögliche Locations an und spare mir einen Rundlauf mit dem Model vor Ort. Im besten Fall suche ich mir bis zu 10 Spots im Umkreis von bis zu 5 Blocks aus. So kann ich vor Ort bei nicht-gefallen selektieren, habe aber genug Optionen in petto.


Fotogoals App User Experience mit vielen Beispiel Location Bildern
Fotogoals App User Experience mit Beispielen von Boards mit verschiedenen Locations

Was du beim Scouting dringend beachten solltest


Location Scouting funktioniert gut, wenn du eine klare Richtung anpeilst. Überlege vorab:


  • Welche Stimmung willst du erzeugen ?

  • Passt die Location zur Kleidung, zum Model und zum kompletten Vibe ?

  • Was soll der Hintergrund hergeben ? (Old-school, clean, city vibe oder natürlich)


Je klarer dein Konzept, desto gezielter kannst du suchen.



Worauf kommt es an ?


1. Licht 


Ein wichtiges Element !

Was bei Sonnenstrahl gut aussieht, kann im dizzy und grauen Zustand schnell den Charme verlieren. Darum achte gezielt auf:


  • Sonnenstand

  • Schattenverlauf

  • Reflexionen (z. B. durch Glas oder helle Wände)

  • generelles Lichtverhalten (Wirkung wenn bewölkt/sonnig/bei Kunstlicht/etc

  • welche Lichtquelle steht dir zu Verfügung ? Wann müsstest du wie mit künstlichen Lichtquellen aushelfen und was ist überhaupt erlaubt ?


2. Zugänglichkeit und rechtliche Rahmenbedingungen


Shootings im Freien sind generell stressfrei. Dennoch sind nicht alle Plätze frei zugänglich, da sie sich z.B. auf Privatgelände befinden. Zudem gelten für bestimmte Gebäude/Straßen/Denkmäler Sonderrechte. Daher solltest du dir vorher folgende Fragen stellen und dich darüber informieren:


  • Ist die Location öffentlich ?

  • Brauchst du eine Genehmigung ?

  • Umgang mit fremden Personen

  • Regeln für kommerzielle Nutzung


Gerade bei kommerziellen Shootings ist das relevant.

Bei Indoor Shootings kommt man meistens nicht drum herum, nach einer Genehmigung zu fragen und/oder sogar eine Aufwandsentschädigung zu leisten.


Zum Thema „Bildrechte“ und generell rechtliche Rahmenbedingungen im Bereich Fotografie kann man sich im Internet gut und ausreichend informieren, oder bei Bedarf auch in einer Kanzlei um ein Beratungsgespräch bitten.


3. Störfaktoren

Jetzt hat man eine coole Location für sein Shooting gefunden und gegebenenfalls vorher schon die Spots an einem ruhigen Sonntag gesichtet, - kaum Menschen, wenige Autos. Der Tag des Shootings steht bevor. Man begibt sich nichtsahnend und vorbereitet ans Set. Mittwoch, 13:45 Uhr und plötzlich:


  • Menschenmengen

  • Verkehr

  • Baustellen

  • visuelle Unruhe im Hintergrund


Diese Dinge beeinflussen Shootings stärker als man denkt ! Darum - wenn machbar - zu ähnlichen Zeiten eine Besichtigung einplanen und sich versichern, ob in der Gegend im Zeitraum des Shootings eine Baustelle entstehen / eine Demonstration / eine Veranstaltung stattfinden wird.



4. Wetterabhängigkeit


Outdoor-Spots funktionieren nicht immer gleich. Regen, Wolken oder hartes Sonnenlicht verändern die Wirkung komplett. Daher immer eine verlässliche Wetter App im Auge behalten.



Was du konkret beim Location Scouting mitnehmen solltest


Wenn du dich vorab zur Location Besichtigung begibst, solltest du zumindest mit einer dieser Dingen ausgestattet sein:


  • Smartphone (hat man in der Regel immer dabei und dient für Referenzbilder und Lichtchecks)

  • Kamera (optional für Tests)

  • Notizbuch oder (digitale) Moodboards

  • ggf. Apps für Sonnenstand (z. B. Sun Seeker, SolarWatch Sunrise Sunset Time - benutze ich zwar selbst nicht, aber hab es aus dem ein oder anderen Gespräch mit Kollegen aufgeschnappt)


Ein letzter Tipp: Dokumentiere deine Spots direkt, damit du später darauf zurückgreifen kannst !



Fazit


Gutes Location Scouting ist eine Mischung aus Planung und Intuition. Digitale Tools helfen dir bei der Vorauswahl, aber die besten Eindrücke entstehen oft vor Ort. Wer regelmäßig scoutet, baut sich mit der Zeit ein eigenes Netzwerk an Locations auf und bekommt schnell ein Gespür, welche Spots zu der eignen Bildsprache passen. Und vielleicht bist du bald der/die krasse Location Scouter/in in deinem Surrounding. Have Fun !

 
 
 

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